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Energiesparhaus: nachhaltiges Bauen in der Architektur.

Nachhaltige Bauweisen sind momentan absolut im Trend. Wer auf ein Energiesparhaus setzt, spart nicht nur Geld beim Heizen und beim Warmwasser, sondern tut der Umwelt auch etwas Gutes. Worauf es bei der Planung und beim Bau eines Niedrigenergiehauses ankommt und welche Vorteile ein Energiesparhaus aufweist, können Sie hier nachlesen.  

Energiesparhaus

Darum sollten Sie auf ein Energiesparhaus setzen

Früher hat sich kaum jemand Gedanken über Energiesparen gemacht, doch Strom, Gas & Co. sind wertvoller denn je. So haben sich in den letzten Jahren neue Energiequellen entwickelt, z. B. die Solarenergie. Diese wird zum Beispiel gerne über Paneele, die am Dach fixiert sind, eingefangen. Auch der Staat fördert Energiesparen und setzt sich hier nachhaltig ein. Die Förderung von erneuerbaren Energien ist ein politisches Thema geworden, zuletzt angetrieben durch die starke Medienpräsenz von Greta Thunberg, der grünen Partei und anderen bekannten Institutionen. Doch auch Sie als Privatperson können hier einen wesentlichen Beitrag leisten, indem Sie auf ein Energiesparhaus setzen und darüber hinaus z. B. nur noch energiesparende Haushaltsgeräte verwenden.

So wird ein Energiesparhaus definiert

Energiesparhäuser verbrauchen sehr wenig Energie und minimieren den Verlust dieser. Der tatsächliche Energiebedarf wird auf ökologische Art und Weise gedeckt. Energie wird nicht verschenkt oder verschwendet, sondern effizient genutzt. Dazu zählen Neubauten und umgerüstete Altbauten. Das fängt an bei einer gut isolierten Außenfassade. Aber auch mehrfach verglaste Fenster und z. B. besondere Türkonzepte können ihren Beitrag leisten. Eine energieeffiziente Isolierung ist also der Grundstein für ein Energiesparhaus. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stromgewinnung: Durch moderne Fotovoltaikanlagen können Sie nicht nur ihren eigenen Strom gewinnen, sondern Sie haben auch die Möglichkeit, diesen bei Nichtbenutzung ins öffentliche Netz zurück zu speisen. Viele Stromanbieter zahlen Ihnen dafür dann sogar ein Entgelt als Dankeschön. Dieses nennt man auch Einspeisevergütung. Bei der Wärmegewinnung werden Gas und Öl immer seltener eingesetzt, dafür fokussieren neue Konzepte auf Biomasseheizungen, Wärmepumpen oder Solarheizungen. Wenn Sie sowohl bei der Isolierung, als auch beim Strom und bei der Heizung alle oder einige genannte Methoden und Baumaterialien einsetzen, dann ist Ihr Haus ein Energiesparhaus.

Die Vorteile eines Energiesparhauses

Folgende Vorteile ergeben sich durch nachhaltiges Bauen:

  • Ihre Betriebskosten senken sich durch die Energieeinsparung.
  • Sie können Energie autonom erzeugen und sind auch in Krisenzeiten versorgt. Zudem sparen Sie ordentlich an Kosten, weil Sie von keinem Energieanbieter abhängig sind. Und: Bei Überschuss steht Ihnen sogar eine Einspeisevergütung zu, wenn Sie die Energie im öffentlichen Netz zur Verfügung stellen.
  • Energiesparhäuser sind nach den modernsten Kriterien ausgestattet und können somit bei einem Verkauf höherpreisig veräußert werden.
  • Ein Niedrigenergiehaus hat meist natürliche Baumaterialien im Einsatz, was zu einem besseren Wohnklima führt.

Arten von Energiesparhäusern

Wenn Sie sich mit Energiesparhäusern näher auseinandersetzen, werden Sie schnell merken, dass es unterschiedliche Typen an Niedrigenergiehäusern gibt. Man unterscheidet drei Arten, die leicht voneinander differenzieren und dementsprechend unterschiedlich viel kosten:

  1. Das Passivhaus

Das Passivhaus gewinnt seine Energie indirekt, also passiv. Das Haus ist so gut gedämmt, dass es keine Heizung benötigt. Die Sonneneinstrahlung, die abstrahlende Wärme der technischen Geräte und die Körperwärme der Menschen genügen. Sollte es dennoch mal sehr kalt draußen werden, ist eine Notheizung installiert. Die Energie nimmt sie aus den Sonnenkollektoren am Dach. Sie dürfen mit einem Passivhaus den jährlichen Heizwärmebedarf von 15 kWh pro Quadratmeter nicht überschreiten. Sie können so ca. 75 % Heizenergie einsparen im Gegensatz zu einem „normalen“ Neubau. Sie benötigen eine kontrollierte Wohnraumbelüftung, damit Feuchtigkeit und Gerüche entfernt werden. Diese Belüftung bringt auch gleichzeitig die vorgewärmte Frischluft nach innen in die Räume.

  1. Das Nullenergiehaus

Bei dieser Art von Energiesparhaus produzieren Sie nur so viel Energie, wie benötigt. Meist gelingt dies durch den Einsatz einer Fotovoltaik-Anlage. Der Energieüberschuss wird in einem Speicher gelagert. Sie versorgen sich selbst und sind unabhängig. Ein Wärmetauscher sorgt für ausreichend Frischluft.

  1. Das Plusenergiehaus

Dieses Haus erzeugt wesentlich mehr Energie als es verbraucht. Meist wird es südseitig gebaut. Großflächige Fotovoltaik-Anlagen kommen zum Einsatz und erzeugen enorm viel Solarenergie. Sie sind dadurch unabhängig von den immer höheren Energiepreisen, können aber etwas beitragen für die Energiewende. Meist haben Plusenergiehäuser eine Solarthermie auf dem Dach, die Energie für Warmwasser gewinnt. Die Südseite ist meist mehrfach-verglast, um die Wärme im Haus zu speichern. Dadurch wird der Wohnbereich auch enorm lichtdurchflutet. Das Haus ist ebenfalls gut gedämmt, um Wärme zu speichern. Spezielle Lüftungssysteme bringen die schlechte Luft nach draußen und die Frischluft rein. Auch eine sparsame Fußbodenheizung, energiesparende LED-Beleuchtung und stromsparende Haushaltsgeräte tragen positiv bei.

Niedrigenergiehaus

Das Sonnenhaus

Das Sonnenhaus gehört auch zu den Niedrigenergiehäusern, bezieht aber mindestens 50 % der Energie aus Solarthermie. Es sind viele Sonnenkollektoren am Dach installiert und es gibt einen großen Wärmespeicher, meist ein Wassertank, der solar gewonnene Wärme über einen längeren Zeitraum speichert. Nachheizung erfolgt meist auf Biomassebasis. Es gibt aber auch Häuser, die nur Solarenergie beziehen. Der Sommer wird zum Sammeln der solaren Energie genutzt, um in sonnenarmen Monaten (Winter) auf genug gespeicherte Energie zurückgreifen zu können.

Der perfekte Standort für ein Energiesparhaus

Ein Energiesparhaus braucht viel Sonneneinstrahlung. Schattige Waldgrundstücke sind deshalb zum Beispiel suboptimal, auch wenn sie ihren Charme haben. Zudem ist die Ausrichtung des Hauses essenziell. Räume, die viel Heizung benötigen – zum Beispiel das Wohnzimmer – sollten gegen Süden ausgerichtet sein. Kühlung erhalten Sie im Sommer durch schattige Paneele und ausgeklügelte Lüftungssysteme.

Energieausweis

Was sagt der Energieausweis aus?

Der Energieausweis ist für Neubauten und Zubauten mittlerweile in allen neun Bundesländern verpflichtend. Er wird gemeinsam mit dem Einreichplan erstellt und für die Baugenehmigung vorgelegt. Er ist also auch ein Planungsinstrument bzw. informiert den Käufer über den Energieverbrauch des Hauses, falls Sie es irgendwann verkaufen möchten.

  • Passivhäuser haben die Noten A+ und A++. Andere Energiesparhaustypen befinden sich meist in der Klasse B mit Lüftungssystem, ohne sogar nur in Klasse C.
  • Neben den Noten werden auch Werte angeführt, z. B. der Heizwärmebedarf, die CO2-Emissionen, der Warmwasserwärmebedarf, der Heiztechnikenergiebedarf, und vieles mehr.

 

Ein Energiesparhaus ist natürlich teurer, aber das soll durch zahlreiche Förderungen des Landes und des Klima- und Energiefonds kompensiert werden. Sie zahlen in der Praxis für ein Energiesparhaus wirklich vorab mehr, nach Erhalt der Förderungen kommen Sie aber meist auf denselben Betrag wie Häuser, die nicht energieeffizient gebaut werden. Nach hinten raus zahlt es sich also definitiv aus, natürlich auch aus ökologischer Sicht.

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