Haus planen

Vom Entwurf zum Architektenhaus: die Planungsschritte.

Ein Haus zu planen, ist sehr komplex und umfasst viele Schritte. Deshalb ist es ratsam, einen Architekten zu engagieren, der diese herausfordernde Aufgabe übernimmt und den Entwurf professionell erstellt. In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen, welche Planungsschritte erforderlich sind, damit Sie Ihr Traumhaus bekommen.

Entwurf eines Architektenhauses

Schritt 1: Raum- und Bedarfsanalyse

Jeder Planung und jedem strategischen Schritt ist immer eine Analyse vorangehend, das betrifft nicht nur die Architektur. Der Architekt lernt sie beim ersten Treffen kennen und fragt nach Ihren Wünschen (z. B. was die eingesetzten Materialien betrifft). Auch Ihre Qualitäts- und Nutzungsanforderungen werden ermittelt. Ebenfalls erkundigt sich der Architekt nach Ihren Planungsgrundlagen, den rechtlichen Festlegungen und Vorgaben der Behörden. Dies ist die Grundlage für den Vorentwurf.

Vorentwurf eines Architekten

Schritt 2: die Vorentwurfsplanung

Der erste Lösungsvorschlag, der vom Architekten erstellt wird, nennt sich Vorentwurf. Es handelt sich hierbei um eine erste zeichnerische Darstellung der vorgeschlagenen räumlichen Umsetzung des Raum- und Funktionsprogrammes, etwa im Maßstab M 1:100 mit Skizzen. Dieser Entwurf wird schrittweise intensiv mit Ihnen abgestimmt, damit Sie auch wirklich Ihr Traumhaus bekommen. Deshalb legt der Architekt einen Erläuterungsbericht bei, dies ist eine Übersetzung des visuellen Entwurfs in Text. Wichtig ist auch der Check, ob der Entwurf mit Ihrem Budget zusammengeht. Natürlich kann ein Architekt so gut wie jeden Wunsch erfüllen, aber es muss natürlich im Rahmen des Leistbaren bleiben. Die Kostenkontrolle ist eine wichtige Aufgabe, die der Architekt übernimmt. So müssen Sie sich nicht mit komplexen Rechnungen aufhalten, sondern können sich auf die Gestaltung Ihres Eigenheims fokussieren. Im Vorentwurf finden Sie z. B. die Baukosten nach Kennwerten oder Quadratmetern. Dies ist die Grundlage für zukünftige Kostenrechnungen und die Kostenkontrolle (Soll-/Ist-Vergleich). Der Vorentwurf durch den Architekten wird zwar auf Basis der Raum- und Bedarfsanalyse erstellt, kann aber natürlich noch angepasst werden, sollten Sie Änderungswünsche haben.

Entwurf Architektenhaus

Schritt 3: der Entwurf

Wenn Sie den Vorentwurf freigegeben haben, macht sich der Architekt an die Entwurfsplanung. Das Bauprojekt wird gemeinsam mit Ihnen präzisiert, die Planung wird angepasst und optimiert. Der Gesamtentwurf kommt als zeichnerische Darstellung (Grundrisse, Ansichten und Schnitte) im Maßstab 1:100. Neben der Kleindarstellung erhalten Sie auch die Objektbeschreibung und einen Erläuterungsbericht zur Prüfung (siehe Vorentwurf). Die Kostenrechnung vom Vorentwurf wird auf Grundlage der Kostensummen von Leistungsgruppen oder Bauelementen präzisiert. Sie bekommen eine immer genauere Vorstellung davon, wie viel Sie Ihr Traumhaus kosten wird.

Idealen Grundriss planen: Sparen Sie Baukosten ein

Auf den ersten Blick wirkt ein Fertigteilhaus günstiger, aber bedenken Sie: Der Grundriss ist in diesem Fall immer gleich – die Besonderheiten Ihres Grundstückes werden ignoriert. Das kann langfristig sogar teurer werden, denn es entstehen viele tote Flächen, die problemlose Umsetzbarkeit ist gefährdet und jede kleine Anpassung sprengt die Kosten enorm in die Höhe. Ein Architekt plant Ihren Grundriss so, dass die Fläche perfekt ausgenutzt wird, die Realisierung machbar ist und im vorhandenen Budgetrahmen bleibt. Gleichzeitig wird ein einmaliges und schönes Design realisiert, ganz ohne kostenintensive Details. All diese Faktoren spielen zusammen und es ist komplex, ihr Miteinander effizient zu gestalten. Deshalb braucht es einen Profi.

Ausführungsplanung Architektenhaus

Schritt 4: die Genehmigungsplanung

Wenn der Hausentwurf finalisiert ist und Ihren Wünschen entspricht, dann macht sich der Architekt an die Genehmigungsplanung. Diese wird auch Eingabeplanung oder Einreichplanung genannt. Dieser muss eingereicht werden, damit Ihr Bauwerk erstellt werden darf. Ziel ist es, dass Sie durch den Bauantrag die Baugenehmigung bekommen. Die Genehmigungsplanung darf nur von Experten ausgearbeitet werden, also von Architekten und Bauingenieuren.

Der Bauantrag umfasst:

  • Eingabeplan mit Grundrissen, Ansichten und Schnitten im Maßstab 1:100
  • Bauantragsformular
  • Baubeschreibung
  • statistischer Erhebungsbogen
  • Wärmeschutznachweis
  • Standsicherheitsnachweis (statische Berechnung, Statik)
  • amtlicher Lageplan zum Bauantrag, meist im Maßstab 1:200 (kleinere Maßstäbe nur bei großen Grundstücken)
  • gegebenenfalls weitere Nachweise und Angaben, die von der Bauaufsichtsbehörde eingefordert werden
Ausführungsplanung Architektenhaus

Schritt 5: die Ausführungsplanung

Wenn die Baugenehmigung da ist, geht es an die Ausführungsplanung. Die bestehende Entwurfs- und Genehmigungsplanung wird so angepasst, dass das Bauvorhaben problemlos realisiert werden kann. Der Ausführungsplan wird in einem gröberen Maßstab (meistens M 1:50) erstellt. Es werden u.a. Mengen ermittelt (genannt „Massenermittlung“ in der Fachsprache). Die Ermittlung von Mengen auf Basis der Ausführungspläne dient als Grundlage für das Aufstellen von Leistungsbeschreibungen mit Leistungsverzeichnissen nach Leistungsbereichen. Anhand der Leistungsverzeichnisse werden die Kosten ermittelt und durch einen Vergleich mit der Kostenberechnung die Kostenkontrolle durchgeführt. Auch die Vergabe ans Bauunternehmen wird vorbereitet. Es wird ein Vergabeterminplan erstellt. Der Architekt stimmt sich intensiv mit den Fachingenieuren (z. B. für Elektroplanung) und Produktherstellern ab. Es sind die letzten, planenden und koordinativen Schritte, bevor das Bauvorhaben gestartet wird.

Resumée: Nach all diesen planenden Schritten geht es an die Umsetzung. Der Architekt kann Sie hier auch unterstützen, indem er Objekt- und Bauüberwachung inkl. Dokumentation übernimmt. Wie Sie sehen konnten, umfasst der Entwurf und die Objektplanung viele komplexe Schritte, die das Know-How eines Experten benötigen.

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